WordPress-CLI

WordPress über das Backend zu steuern ist recht komfortabel. In einigen Fällen ist es aber sinnvoll die Kommandozeile zu verwenden. Als Konsolen-Interface bietet sich WP-CLI an. Hier hat man z.B. die Möglichkeit WordPress und Plugins zu installieren und/oder zu aktualisieren, Datenbank-Dumps zu erstellen und wieder einzulesen, Kommentare zu verwalten und noch vieles mehr. Wie nun bereits zu erahnen ist, benötigen Sie zum Ausführen von WP-CLI den SSH Zugriff auf Ihr Webhosting. Des weiteren sollten Sie die Grundlagen der Linux-Shell beherrschen. In der folgenden Anleitung möchten wir Ihnen zeigen, wie Sie mit wenigen Befehlen ein WordPress über die Kommandozeile installieren.


Inhalt


WP-CLI - Kommandozeile zu WordPress

Vorbereitungen

  • Erstellen Sie für die spätere Installation von WordPress eine neue Datenbank. Notieren Sie sich die dabei die vergebenen Zugangsdaten.
  • Verbinden Sie sich über PuTTY o.ä. per SSH auf Ihr Webhosting. Eine Anleitung dazu finden Sie in unserem Artikel Der SSH-Zugriff über PuTTY.

Installation

Wechseln Sie zunächst in das Hauptverzeichnis Ihres Webhosting-Accounts und erstellen Sie dort für Ihre neue WordPress-Instanz einen neuen Ordner:

cd htdocs
mkdir wpinstanz1

In unserem Beispiel heißt dieser wpinstanz1. Wechseln Sie in den soeben erstellten Ordner:

cd wpinstanz1

Es ist Zeit, sich die Installationsdateien von WordPress herunter zu laden:

wp core download --locale=de_DE

Für die formelle Version verwenden Sie bitte --locale=de\_DE\_formal.

Ist der Vorgang erfolgreich beendet, erhalten Sie folgende Meldung:

Downloading WordPress 4.9.4 (de_DE)...
md5 hash verified: e8e41d41fcdbda559e7a4c097e9bddea
Success: WordPress downloaded.

Im nächsten Schritt wird die Installation vorbereitet. Dazu muss zunächst die Datei wp_config.php angelegt und konfiguriert werden. Es werden die Zugangsdaten der eingangs angelegten Datenbank benötigt!

Verwenden Sie dafür folgendes Befehlsschema:

wp core config --dbname=DBNAME --dbuser=ssdXXX --dbpass=PASSWORD --locale=de_DE

Nun finalisieren wir unsere Installation:

wp core install --url=[http://example.com](http://example.com) --title="Testinstallation über WP-CLI" \
--admin_user=MaxMustermann --admin_password=IhrSicheresPasswort \
--admin_email=max@example.com

Ab sofort können Sie ihre neue WordPress-Installation über Ihre Domain aufrufen.

Update

Wie bei jedem CMS, gehört es auch bei WordPress zur Pflicht, Updates möglichst umgehend zu installieren, um die Sicherheit der Installation und auch die der Seitenbesucher zu gewährleisten.

Hier hat man die Möglichkeit zu entscheiden, ob man auch Unterversionen, lediglich volle Minor-Versionen oder eine bestimmte Version installieren möchte.

Update auf die letzte Version inkl. Unterversionen:

wp core update

Update auf die letze Minor-Version:

wp core update --minor

Update auf eine bestimmte Version:

wp core update --version=4.9.4

Nach einem Update, muss eventuell die Datenbank ebenfalls aktualisiert werden:

wp core update-db

Plugins verwalten

Mit WP-CLI können Sie die komplette Plugin-Verwaltung wie die Installation, Aktivierung, Aktualisierung usw. innerhalb der Konsole durchführen. Hilfreich ist dies mitunter, wenn das WordPress-Backend nicht mehr aufrufbar ist. Installiert werden können Plugins aus dem WordPress-Repository, als auch von anderen Quellen, z.B. im Falle von kommerziellen SEO Packs.

Bereits installierte Plugins können aufgelistet werden. Dabei enthält die Liste Informationen über den Status des Plugins (aktiviert oder deaktiviert) sowie die Version und Aktualität:

wp   plugin   list

Bei einer frischen WordPress-Installation sieht die Liste wie folgt aus:

 +---------+----------+--------+---------+   
 |  name   |  status  | update | version |
 +---------+----------+--------+---------+
 | akismet | inactive |   none |   4.0.2 |   
 | hello   | inactive |   none |   1.6   |
 +---------+----------+--------+---------+

Im ersten Schritt möchten wir das wohl beliebteste Cache-Plugin, W3 Total Cache, installieren:

wp   plugin   install   w3-total-cache

Im folgenden Beispiel installieren und aktvieren wir ein Plugin mit nur einem Befehl:

wp   plugin   install   --activate   w3-total-cache

Ein Beispiel für eine Installation aus einer anderen Quelle:

wp   install
https://ecample-com/plugin/seo-pro-pack-plugin.zip](https://ecample-com/plugin/seo-pro-pack-plugin.zip

Bereits installiertes Plugin aktivieren:

wp   plugin   activate w3-total-cache

Bereits installiertes Plugin deaktivieren:

wp plugin   deactivate   w3-total-cache

Alle Plugins deaktivieren (dies ist in einigen Fällen bei der Fehlerdiagnose hilfreich):

wp   plugin deactivate --all

Ein Plugin löschen:

wp   plugin   uninstall w3-total-cache

Auch hier können wieder zwei Arbeitsschritte in einem Befehl zusammengefasst werden:

wp   plugin   uninstall   --deactivat w3-total-cache

Ein Plugin updaten:

wp   plugin   update   w3-total-cache

Alle installierten Plugins auf Updates prüfen und diese installieren:

wp plugin   update   --all

WP-CLI bietet auch die Möglichkeit nach einem bestimmten Plugin im WordPress-Repository zu suchen, um z.B. den Slug eines Plugins heraus zu finden. In unserem Beispiel suchen wir nach einer Security-Lösung:

wp   plugin   search   security

Wir erhalten damit folgende Ausgabe:

 Success:  * Showing   10   of   4459 *  plugins.
 +---------------------------------+----------------------------------+--------+
 | name                            | slug                             | rating |
 +---------------------------------+----------------------------------+--------+
 | Wordfence Security – Fire       | wordfence                        |   96   |    
 | wall & Malware Scan             |                                  |        |  
 | All In One WP Security & Fi     | all-in-one-wp-security-and-firew |   96   |
 | rewall                          | all                              |        |  
 | Sucuri Security – Auditin       | sucuri-scanner                   |   90   |  
 | g, Malware Scanner and Security |                                  |        |   
 | Hardening                       |                                  |        |   
 | Cerber Security & Antispam      | wp-cerber                        |   100  |  
 | Shield Security for WordPress   | wp-simple-firewall               |   98   |  
 | iThemes Security (formerly Bett | better-wp-security               |   94   |
 | er WP Security)                 |                                  |        |  
 | Anti-Malware Security and Brute | gotmls                           |   98   |   
 | -Force Firewall                 |                                  |        |   
 | WP Security Audit Log           | wp-security-audit-log            |   94   |  
 | WP Hide & Security Enhancer     | wp-hide-security-enhancer        |   88   |  
 | BulletProof Security            | bulletproof-security             |   92   |
 +---------------------------------+----------------------------------+--------+

Wie Sie sehen, erhalten wir die ersten 10 von insgesamt 4459 Plugins. Um die nächste Seite anzeigen zu lassen, verwenden Sie bitte den Befehl:

wp   plugin   search   security   --page=2

Um die Anzahl der Plugins pro Seite auf, z.B. 50 zu erhöhen, können Sie folgenden Befehl benutzen:

wp   plugin   search   security   --per-page=50